
Es sind mir nur weniger Bücher in meiner Laufbahn als Leser untergekommen, bei deren Lektüre ich rief: »Yeah! So sieht es aus! Du hast es erfasst! Yeah!«
Paul Arden, ehemaliger Creative Director bei Saatchi and Saatchi, hat ein solches Buch geschrieben: It’s not how good you are, it’s how good you want to be (zu deutsch: Es kommt nicht darauf an, wer Du bist, sondern wer Du sein willst – eine Übersetzung die mich am Sprachgefühl deutscher Verlagsleute arg zweifeln lässt).
Das Buch kommt nicht daher wie ein klassisches Selbsthilfebuch à la How to Win Friends and Influence People, Getting Things Done oder das ganze Zeug von diesem Motivationstrainer, der sowas von motiviert war, dass er schlussendlich im Knast landete.
Arden übersteigert das Thema, dreht auf und lässt sein Buch im Genre aufgehen, jedoch füllt er jeden Satz mit Ironie. Es ist ein Selbsthilfebuch auf Pille. Ein Buch für Menschen die sich fragen: Wer bin ich eigentlich? Was will ich eigentlich erreichen? Wie bringe ich das ästhetisch schwierige™ Kundenlogo irgendwie unter?
Seine Antworten sind einfach. So einfach, dass sie selbst von Kreativen verstanden werden. Er beantwortet die Frage nach der Eigendefinition salopp: »Versuch der Beste zu sein. Und wenn Du das nicht schaffst, egal: sei wenigstens nett.«
Und zum Logo meint er: »Da wirst Du nicht drumherum kommen. Kopf hoch.« Seine Aussagen sind zum Teil trivial, doch so praxisbezogen, dass seine Trivialität und der Pragmatismus schmerzen. Wenn Du das verdammte Logo eben nicht klein unten in die Ecke quetschen kannst, versuche es so groß wie möglich zu platzieren. Zentriere deine Arbeit um den schwierigsten Punkt.
Paul Arden verstarb am 2. April 2008. Paul, wo immer Du jetzt auch bist: »Yeah! So sieht es aus! Du hast es erfasst! Yeah!«