Gestern erhielt ich meine Einladung zu Ubuntu One – einem Dienst der Dateien über Rechnergrenzen hinweg synchron halten will. Wer viel mit (vielen) Dateien hantiert und diese dann auch auf mehreren System bearbeiten will, kennt das Problem: Wie bekomme ich unterschiedlichen Versionen in den Griff? USB-Sticks vergisst man (ich zumindest), Dateien über SCP oder FTP zu verteilen ist (mir) zu mühsam und aus dem Alter, mir selbst eMails mit Dateianhängen zu schicken bin ich definitiv raus (das ist so 2003).
Im Moment nutze ich Dropbox um genau dieses Problem zu beseitigen. Dropbox integriert sich nahtlos auf Dateisystemebene: Alle Dateien eines Verzeichnisses werden auf Änderungen überwacht und nur die Änderungen werden an einen zentralen Server übertragen. Wird in einer hundert MiB große Datei ein Byte geändert, geht genau dieses eine Byte über die Leitung (plus ein bisschen Overhead). Alle Clients synchronisieren sich selbstständig mit dem Server.
Der enorme Vorteil: Es funktioniert Out-of-the-box auf allen drei wichtigen Plattformen: Windows, Linux und Mac (und läuft sogar mit ein bisschen Bastelei unter *BSD, aber die sind Bastelei gewohnt).
Die Sache wäre so schön, gäbe es da nicht einen Haken: Dropbox ist Closed-Source.
Die Jungs von getdropbox.com machen einen netten Eindruck, keine Frage, sind bestimmt Kumpeltypen, ich würde mit denen Crossgolf spielen und so. Aber ich würde schon gerne einmal sehen, was da mit meinen Dateien genau passiert.
Da kam mir die Einladung zu Ubtuntu One gerade recht. Sache geritzt, dachte ich mir: Gleiches Funktionsprinzip wie Dropbox, Open-Source-Client, mit meinen Gebühren unterstütze ich ein tolles Projekt und brauche mich nicht mehr zu ärgern.
Aber Pustekuchen!
An dieser Stelle der Hinweis: Das hier ist kein Rant. Ich will den Ubuntu-Entwicklern gar nicht ihre Arbeit madig machen (Jungs, ihr macht einen tollen Job!). Aber welcher Teufel hat euch denn geritten in eine Public Beta zu gehen und nur Clients für Ubuntu anzubieten? Denkt ihr wirklich, es gäbe da draußen nur noch Ubuntu Boxen?
Diese Plattformbeschränkungen nerven (gewaltig!) und waren jahrelang einer der berechtigten Hauptkritikpunkte an Microsoft aus der Open-Source-Szene.
Ich brauche meine Daten überall wo ich bin. Und nicht nur dort, wo ein Ubuntu verfügbar ist.
Jetzt könnte ich hingehen und mir selbst einen Client schreiben. Oder den Source-Code nehmen und ihn porten (so wie ich es sehe ein bis zwei Tage Arbeit, Python rocks, nur ganz wenige Showstopper). Aber … will ich das wirklich? Das ist nicht Ubuntu-Style, echt nicht. Ubuntu-Style ist One-Click, Erdtöne und freundliche Icons.
Ehrlich: Alternative Systeme haben nur dann eine Chance, wenn sie selbst zum Ziel haben, sich überflüssig zu machen, unsichtbar zu sein. Erfolg wird durch Austauschbarkeit definiert. Insellösungen, gekappselt und isoliert von anderen Systemen mögen zu DOS-Zeiten funktioniert haben. Aber heute? Selbst Microsoft hat das mittlerweile erkannt. Jetzt war das doch ein Rant. Snark.
Geschrieben am Sonntag, 05. Juli 2009, von Alex, abgelegt unter Allgemein
Tags: Dateien synchronisieren, Dropbox, Technikzeugs, Ubuntu







Schon mal darüber nachgedacht deine Datenansammlung zu optimieren?
Overhead!
Glaub mir: Nur noch eine vimrc zu haben ist schon schön …