evoke 09: Demoparty Köln (Update: jetzt mit Videos!)

evoke09

http://www.flickr.com/photos/glanzbilder/ / CC BY-ND 2.0

Gestern schien die Sonne (bling bling), die Bienchen brummten (brumm brumm), neben mir ertönte 8-Bit Musik (uffz uffz). Ich bin war auf der evoke 09 – einer Demoparty.

Demo-was?. Holen wir ein bisschen weiter aus: Als die ersten Homecomputer ihren Weg in die Kinderzimmer fanden kamen die Computerspiele. Und mit den Computerspielen die Kopierschutzmechanismen. Und mit den Kopierschutzmechanismen kamen die Programme um solche Mechanismen zu umgehen. Irgendwer ist dann auf die Idee gekommen, ein kleines Intro für seine Kopierschutz-Umgehungs-Applikation zu schreiben. Das war der Geburtsmoment der Demos. Stück für Stück wurden die Effekte aufwändiger, Musik kam dazu, es entstand ein Wettstreit der Gruppen um das schönste Crackintro. Die Demoszene löste sich von den Schwarzkopierern und blieb als eigene, eigenständige Subkultur bis heute bestehen. Heute sind Demos eine eigene Kunstform, aufwändige Realtime-Grafik, digitale Musik, die sich nicht an klassischen Vorbildern oder Pop orientiert, sondern im Gamingbereich verwurzelt ist. Auf solchen Parties wie der evoke trifft sich die Szene um ihre Werke, den Wettstreit und nicht zuletzt die eigene Subkultur selbst zu feiern.

Update: Yeah! Die ersten Mitschnitte tauchen auf!

Neben dem großen Gathering standen einige fette Competitions und auch Vorträge auf dem Plan. Nehme ich mal mit, dachte ich mir:

14 Uhr Larabee, Questions & Answers: Intel war einer der Mainsponsors und es ist wirklich begrüßenswert, dass ein solcher Koloss von Konzern dann Events wie die evoke dazu nutzen will, direkten Technologietransfer zu üben. Wäre da nur nicht das Problem mit den NDA. Der arme Vortragende musste auf alle interessanten Fragen antworten: »Sorry, I am not allowed to speak about.« Aber interessant, was Intel in Sachen Grafikkarten vorhat. »It is like a cluster. But as a graphic card«. Auch wenn man den Rechner nicht für Computerspiele einsetzt, wird man von der Larabee-Archtitektur profitieren. Auch Anwendungen wie Photoshop können massiv von einer Core-Ring-Bus-Architektur profitieren. Ich bin ja mal gespannt. Wer keine Angst vor Tech-Talk hat, und wissen will, wie die Register aufgeteilt sind … okay, never mind.

16 Uhr – Why Demoscener should spread their work under Creative Commons!: Interessant zu sehen, wie die Szene über Mashups und Co. denkt. Doch dabei schleicht sich immer ein fundamentaler Denkunterschied zwischen den reinen Konsumenten und der Szene ein: Es geht nicht um ein Video, es geht darum die Demo laufen zu lassen, zu sehen, wie aus so kleinen Files solche Effekte enstehen können. Eine Demo ist mehr als die Anzahl seiner Frames. Dieses Missverständnis ließ den Talk zu einer Demonstration werden, wie man das CC-Formular ausfüllt. Schade.

Wer einen Eindruck bekommen will, wie es auf solchen Parties abläuft: Bei Glanzbilder.org gibt es hübsche Bilder zu schauen und man war so nett, die auch noch unter CC zu stellen. Fette Aktion, ich sage artig Danke!

Die Stimmung war sehr familiär. Man kennt sich, man grillt, man plauscht, man teilt mit Wildfremden sein Club Mate (fetten Dank) oder genießt einfach nur die Musik und das visuelle Gewitter. Mit einer Spur Wehmut stelle ich fest, dass sich die Szene seit meinem letzten Kontakt mit ihr verändert hat. Bei der evoke war Intel einer der Hauptsponsoren, die Akteure werden älter, Kinderwagen sind zu sehen, der Nachwuchs turnt zwischen den Workstations herum. Wir werden wohl alle einmal erwachsen, auch die Szene.

Mitgenommen habe ich eine Menge: Visuellen Impact, jede Menge Ideen die vielleicht auch etwas für den Webrelaunch sind, coole Musiktipps (i.e. rec72.net) und das Gefühl wenigstens ein Stück erwachsen geworden zu sein. Rrrrrrock on!

Geschrieben am Sonntag, 02. August 2009, von Alex, abgelegt unter Allgemein

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