KM2 >> befragt 4hc | Teil 4

Interview2

Der dritte Teil des 4hc-Interviews ging zwar erst letzte Woche online, aber wir wollen mit der letzten Folge nicht lange fackeln: Hendrik Tiedemann, der zweite Mann im Betreiber-Team von 4hc – for handicapped, steht uns Rede und Antwort zu unseren Fragen über die Online-Community, die im Frühjahr…

…erst relauncht hat. Und los geht’s:

Was zeichnet 4hc aus? Warum sind die Nutzer hier richtig?
Der Grundgedanke von 4hc ist es, als Schnittstelle für alle Behinderten und deren Umfeld zu fungieren. Wir wollen nicht in Konkurrenz zu anderen Organisationen treten, sondern die Wege zu denjenigen erleichtern, die sich auf die Betreuung einzelner Behinderungen spezialisiert haben oder die in anderer Form schwerpunktmäßig im Bereich Behinderung aktiv sind.

Ein kleiner Anfang ist gemacht mit unserer Handicap-Datenbank, in der mittlerweile rund 200 Behinderungen versammelt sind und auf die repräsentativen Selbsthilfeorganisationen und Fachgesellschaften verlinkt wird. Unsere Content-Bereiche Magazin und Handicaps informieren über Themen, die das alltägliche Leben bzw. typische medizinische Probleme von Menschen mit Behinderungen betreffen; diese Bereiche füllen sich allmählich.

Dies sind erste Schritte, aber es ist schon ein guter Anfang. Wichtig für die breite Akzeptanz unseres Projekts ist jedoch eine attraktive Community. Diese zu schaffen, ist unser aktuelles Hauptanliegen.

Was kann 4hc von anderen Communities lernen?
Eine erfolgreiche Community lebt davon, dass sich die Mitglieder ihr zugehörig fühlen. Bei speziellen Behinderungen oder Einzelthemen repräsentierenden Sparten-Communities entsteht dieses Zugehörigkeitsgefühl fast automatisch. Jemand, der etwa unter Arthrose leidet, findet schnell zum Deutschen Arthrose Forum, wo er auf viele Menschen mit ähnlichen oder exakt den gleichen Problemen oder Erfahrungen stößt wie er selbst.

4hc vertritt dagegen alle Menschen mit Behinderung, unsere Zielgruppe ist viel größer und entsprechend heterogen. Es besteht genügend Diskussionsbedarf, auch gerade zu Themen, die von spezialisierteren Communities weniger aufgegriffen werden; die eigentliche Herausforderung besteht für uns darin, ohne bereits vorhandenes Kernpublikum das nötige „Community-Feeling“ herzustellen, also einen Ort, wo sich Leser „zuhause“ fühlen. Daran arbeiten wir derzeit.

Was können andere Communities von 4hc lernen?
Wir freuen uns natürlich, wenn andere Communities durch uns Orientierungshilfe gewinnen. Aber ob und wie dies genau der Fall ist, können Ihnen nur diese Communities selbst beantworten.

Macht sich die Wirtschaftskrise bei 4hc bemerkbar?
Bislang nicht, verschiedene unserer bestehenden Kooperationen konnten wir dieses Jahr sogar ausbauen. Wir hoffen aber dennoch auf das Ende der Krise und einen baldigen Aufschwung, damit die allgemeine Unsicherheit, die überall in der Luft liegt, bald ein Ende findet.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit uns, der KM2 >> netz:innovationen.gmbh, beschreiben?
Als harmonisch und wirklich sehr erfreulich. Die Zusammenarbeit mit KM2 >> besteht seit nunmehr fast fünf Jahren. In der Anfangszeit unseres Portals gab es immer wieder Phasen, in denen nichts voran gehen wollte, in denen die Entwicklung unserer Arbeit zu stagnieren schien.

In solchen Phasen stand KM2 >> immer hinter uns und sparte nicht mit Rat und konstruktiver Kritik. Für diese nachhaltige Unterstützung seitens der Unternehmensleitung wie auch gleichermaßen der einzelnen Mitarbeiter sind wir wirklich sehr dankbar. In der schwierigen Aufbauphase kann einem Projekt wie dem unsrigen eigentlich nichts Besseres geschehen als einen verlässlichen Partner zu haben, der einem gewissermaßen den Rücken freihält.

Heute hat unsere Zusammenarbeit fast informellen Charakter angenommen; wir kommunizieren häufig und schauen anlässlich von Besprechungen etc. auch gern in den KM2-Büroräumen vorbei. Wir stoßen bei KM2 wirklich immer auf ein offenes Ohr.

Was haben wir von 4hc noch zu erwarten?
Es besteht zweifellos Bedarf nach einer Plattform, auf der alle relevanten Organisationen und überhaupt beruflichen und gesellschaftlichen Gruppen vertreten sind, die für Menschen mit Behinderung und für chronisch schwer Erkrankte von Bedeutung sind. Wenn dies mit Popularität und einem hohen Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit einherginge, wäre die Möglichkeit zu echter gesellschaftspolitischer Wirkung gegeben. Aber das ist Zukunftsmusik. Ob 4hc dies jemals leisten kann, ist völlig offen.

Wie wollen Sie diese Ziele erreichen?
Wir machen uns gar nicht mit hohen Zielen verrückt, sondern gehen Schritt für Schritt voran und schauen wie weit wir jeweils kommen. Nach dem weitgehenden Abschluss der technischen Arbeiten dieses Jahres steht jetzt gewissermaßen der Sockel. Als nächstes möchten wir 4hc mit mehr Inhalten füllen und zugleich zu einem besucherstarken Portal machen, das von möglichst vielen Menschen wahrgenommen wird. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen und stellt bereits eine enorme Herausforderung dar. Wie es danach weitergeht, wird sich zeigen, wenn es soweit ist.

Vielen Dank an 4hc.de für die ausführliche Interviewreihe.

Zum ersten Teil des Interviews mit Hendrik Tiedemann…

(Zum Interview mit Marcus Link (Initiator von 4hc.de) – Teil 1)
(Zum Interview mit Marcus Link – Teil 2)

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Geschrieben am Dienstag, 04. August 2009, von Nik, abgelegt unter Allgemein

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Eine Antwort zu “KM2 >> befragt 4hc | Teil 4”


  1. [...] Fortsetzung folgt… [...]


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