
Bei unserem gestrigen KM2-Ideenstorming für einen Kunden stieß fiel mir mal wieder auf, dass der gemeinsame Kreativreigen von vornherein unter dem Erstickungsmotto Die Umsetzung darf nix kosten stand. (Der etwas gnädigere Bruder dieses Mottos heißt: Darf nicht viel kosten. Da hat man dann ein bisschen mehr Luft.)
Also: Immer ist kreatives Vollgas angesagt, aber preislich muss die Umsetzung so flach wie möglich, am besten auf Niveau der Grasnarbe bleiben. Eigentlich gehört dieser Spagat zu unserem täglich Business, wenn ich das so sagen darf. Leider, leider, denn was, frage ich Kreativlüsterner, könnte man stemmen, hexen, in fantastische Höhen katapultieren oder Wildes von der Kette lassen, wenn nicht gleich immer das Budget bei 2 Euro fuffzig läge?! Wunschraum eines Agentursoldaten, ich weiß.
Aber mal fürs Protokoll: Das ökonomische Prinzip sieht an sich nicht vor, dass man das allerbeste Ergebnis zu möglichst geringen Kosten anstrebt. Entweder peilt man ein feststehendes Ziel mit möglichst geringem Aufwand an (Minimum-Prinzip). Oder man versucht mit gegebenen Mitteln das bestmögliche Ergebnis zu erreichen (Maximum-Prinzip). Ja, theoretische Feinheiten, ich weiß, aber da kann man mal sehen, wie ungeschliffen die Praxis sein kann. Anyway…
Die Sache mal anders betrachtet: In jedem Ratgeber für Kreativtechniken heißt es, Ideen sollen in der Findungsphase ohne jegliche Form der Bewertung oder Beschränkung sprudeln. Feel free! Any idea is a good idea…
Ein Sparfuchs-Budget ist doch dann allemal eine totale Spaßbremse.
Ich fordere daher: Nieder mit den Billig-Budgets! Alle Macht der kecken Kreativität! Mehr mutige Kunden!
Unter uns: Wirtschaftliche Zwänge sind die Realität. Money matters. In harten Zeiten sowieso. Aufwand und Nutzen sind in ein gesundes Verhältnis zu bringen. Ja, doch. Das Ergebnis muss nicht schlecht sein, ist aber doch manchmal ein Kompromiss. Zwangsweise… Unser Bestes geben wir ohnehin. So ist das Leben.