Archiv für den 18. März 2010

Agenturfragen: Warum…?

Fragen über Fragen

Warum landen auf Agenturtischen eigentlich immer wieder längst abgeschlossene und freigegebene Aufgaben?

Wie ein Bumerang kehren diese Arbeiten zurück und sollen wieder und wieder und noch einmal und zum x-ten Mal bearbeitet werden, obwohl der Kunde längst einen Haken hinter die Sache gemacht hat. Was endgültig, final, zum letzten Mal, jetzt aber und – das war’s – grünes Licht bekommen hat, wird von irgendeinem Entscheidungsberechtigten  gestoppt und in eine weitere Bearbeitungsrunde geschickt.

Das ist okay und freut die Agentur, wenn der Extrarunden-Aufwand bezahlt wird. Ist das Budget festgesetzt und der Auftraggeber machtbewusst (“Käufermarkt”), dann freut sich die Agentur nicht so sehr und spreizt sich in den ewigen Spagat zwischen innerbetrieblicher Wirtschaftlichkeit (“Et muss sisch reschnen”) und hoffnungsfroh kulanter Kundenorientierung (“Klar, dat machen wa auch noch. Vielleischt kriggen wa’n Folgeauftrach.”) Häufig genug hört man das Knirschen zusammengebissener Agenturzähne…

Aber mal unabhängig von Agentur-Befindlichkeiten: Warum verlaufen Absegnungsprozesse in Unternehmen manchmal so schwankend? Mit einem definierten Ziel müsste doch klar sein, wann eine Sache fertig ist und wann nicht. Einen Freigabenmarathon mit “Nee, doch nicht” am nächsten Tag kann es dann doch eigentlich gar nicht geben.

Es geht Zeit verloren, Projekt-Linien lassen sich nicht einhalten, es entstehen unnötiger Druck, Kosten bzw. Aufwand.

Solche Scheinfreigaben spiegeln vielleicht den Druck beim Kunden: Etwas soll schnell, schnell fertig werden – und wird daher nur unvollständig, flüchtig, vielleicht fehlerhaft geprüft. Und schon sind Extrarunden vorprogrammiert.

Liegt es an einer gewissen Wurschtigkeit des Kunden, ist es besonders ärgerlich, wenn das Zusatzkonzert nicht bezahlt wird.

Frühling…

Endlich!