Archiv für den 07. Dezember 2010

Das Lastenheft ist aller Laster Anfang

Für die blöde Überschrift zahle ich gern fünf Euro in die Sprüchekasse, wenn ich eine Lanze für eine Vorab-Dokumentation von Web-, IT- oder anderen Kreativ- bzw. Leitungs-Projekten zu brechen. Heißen sollte es nämlich: Ein Lastenheft ist aller Laster Ende.

Eine Festlegung aller Anforderungen eines gelieferten Ergebnisses (Software, Website, was auch immer) durch einen Auftraggeber hilft . Immer. Ein solches Anforderungsprofil kann auch der Auftragnehmer beschreiben (dann wären wir beim Pflichtenheft). Ob Lasten- oder Pflichtenheft: Es sollte eine schriftliche Grundlage geben, die Auftragnehmer und -geber abnicken. Man vermeidet damit bei der Umsetzung Probleme.

Dieses Fundament ist wie eine Blaupause, an die sich jeder halten kann. Je genauer, desto besser. Manchmal kann diese Basis das einzige Stückchen Verbindlichkeit sein, das in Zweifelsfällen oder im Falle von Unzufriedenheit der Beteiligten ein Projekt im Lot hält.

Gerade heute haben wir als geladene Externe wieder einmal den Fall einer fehlenden Anforderungsfestlegung vor der Umsetzung eines IT-Projektes erlebt. Der Bedarf wurde nicht in einem Dokument verbindlich und detailliert festgehalten. Am Ende traf ein vom Entwickler im Hackerstübchen gestricktes Umsetzungsergebnis auf anders geartete Umsetzungserwartungen des Kunden. Der Ärger ist vorprogrammiert. Rechnungen werden nicht bezahlt, die Kommunikation verhärtet.

Mit einem Lasten- oder/und Pflichtenheft wäre das nicht passiert. Man hält eine Orientierung in der Hand. Im Grunde definiert man Erwartungen und bringt sie in Übereinstimmung. Hinterher ist man immer schlauer.