Mit ‘Crowdsourcing’ getaggte Artikel

Daimler und keine Abwrackprämie

Ich kenne jemanden, der bei Daimler arbeitet. (Wirkungspause.) Ja, wer das liest, zuckt jetzt. Der arme Mann, schießt’s einem da durch den Kopf. Vor noch nicht einmal langer Zeit, in einer gar nicht weit, weit entfernten Galaxis war es ultrababycool, bei einem Autohersteller wie Daimler oder BMW zu arbeiten; auch wenn sich damals bereits düstere Wolken über der Branche auftürmten, aber egal…

Also, mit dem, den ich kenne und der bei Daimler (zuck!) arbeitet, habe ich neulich gesprochen. Ein Teil dieses Gesprächs verlief so:

Ich: Und? Wie läuft’s bei Daimler?

Er: Ja, nicht so gut. Mittlerweile Kurzarbeit und so. Auch in der Verwaltung.

Ich: Wie geht’s denn weiter?

Er: Ist nicht so klar. Ende des Monats sollen wir mehr erfahren. Es stehen jetzt auch Entlassungen zur Debatte.

Ich: Die Abwrackprämie hilft Daimler ja nicht wirklich, oder?

Er: Nee, nicht wirklich. Das wird am Ende so laufen: VW kassiert die Abwrackprämie, Opel bekommt die Bürgschaften und wir gehen leer aus.

Da musste ich lachen, weil der, den ich kenne und der bei Daimler (zuck!) arbeitet und mir noch vor einem Jahr einen sehr, sehr krisenfesten Eindruck gemacht hat, als unmittelbar Betroffener den ganzen Rettungswahlkampf um die Automobilindustrie (Schlüsselindustrie, klar), die Abwrackprämie bzw. Umweltprämie und das Crowdsourcing Krautsourcing der Ideen in der Krise auf bitterwitzige Weise auf den Punkt gebracht hat.

Übrigens, ein anderer Bekannter, der in einer Schrauberwerkstatt arbeitet, hat zusammen mit seinen Kollegen fast nichts mehr zu tun. Klar, sind nicht so viele wie bei Daimler, Opel, BMW oder VW. Keine Schlüsselindustrie.

Dem Hörensagen nach hat der Osterhase bei einigen Familien in unserer Nachbarschaft nicht Eier, sondern Kleinwagen für alle im Garten versteckt. Sah beim Osterspaziergang zumindest so aus.

Mist, mein Twingo ist noch nicht neun Jahre alt… (zuck!)

Steinmeiers Wahlkampflogo, oder: Beliebigkeit

Vorab, alle die jetzt ganz entsetzt die Luft einziehen: Entwarnung, keine Panik: weiter atmen, es geht mir nicht um Politik. Es geht mir um eine Veränderung, die sich vor unser aller Augen vollzieht und in der wir mittendrin stecken.

Das letzte deutliche Zeichen für diese Veränderung: Herr Steinmeier, beziehungsweise seine Berater, mit der »coolen« Idee, für den anstehenden Wahlkampf. Ich sehe den Agendapunkt deutlich vor meinem geistigem Auge: Neupositionierung. Das Image muss überarbeitet werden. Mehr Profil und so. Das ganze Trara eben.

Die Damen und Herren Berater saßen bestimmt gemütlich bei einem Tässchen Tee zusammen und haben mal überlegt, wie sie denn den »Franky« jung und dynamisch positionieren könnten. Politik und Dynamik … schwierig … was fällt uns dazu ein? Barack Obama! Genau! Und der hatte doch so ein tolles Wahlkampferscheinungsbild! So etwas machen wir auch!

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