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	<title>KM2 &#62;&#62; Neuerfindung &#187; Crowdsourcing</title>
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		<title>Daimler und keine Abwrackprämie</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 05:38:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Abwrackprämie]]></category>
		<category><![CDATA[Automobilindustrie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich kenne jemanden, der bei Daimler arbeitet. (Wirkungspause.) Ja, wer das liest, zuckt jetzt. Der arme Mann, schießt&#8217;s einem da durch den Kopf. Vor noch nicht einmal langer Zeit, in einer gar nicht weit, weit entfernten Galaxis war es ultrababycool, bei einem Autohersteller wie Daimler oder BMW zu arbeiten; auch wenn sich damals bereits düstere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kenne jemanden, der bei Daimler arbeitet. (<em>Wirkungspause.</em>) Ja, wer das liest, zuckt jetzt. Der arme Mann, schießt&#8217;s einem da durch den Kopf. Vor noch nicht einmal langer Zeit, in einer gar nicht weit, weit entfernten Galaxis war es ultrababycool, bei einem Autohersteller wie Daimler oder BMW zu arbeiten; auch wenn sich damals bereits düstere Wolken über der Branche auftürmten, aber egal&#8230;</p>
<p>Also, mit dem, den ich kenne und der bei Daimler (<em>zuck!</em>) arbeitet, habe ich neulich gesprochen. Ein Teil dieses Gesprächs verlief so:</p>
<p><strong>Ich: </strong><em>Und? Wie läuft&#8217;s bei Daimler?</em></p>
<p><strong>Er: </strong><em>Ja, nicht so gut. Mittlerweile Kurzarbeit und so. Auch in der Verwaltung.</em></p>
<p><strong>Ich:</strong> <em>Wie geht&#8217;s denn weiter?</em></p>
<p><strong>Er: </strong><em>Ist nicht so klar. Ende des Monats sollen wir mehr erfahren. Es stehen jetzt auch Entlassungen zur Debatte.</em></p>
<p><strong>Ich:</strong> <em>Die Abwrackprämie hilft Daimler ja nicht wirklich, oder?</em></p>
<p><strong>Er: </strong><em>Nee, nicht wirklich. Das wird am Ende so laufen: VW kassiert die Abwrackprämie, Opel bekommt die Bürgschaften und wir gehen leer aus.</em></p>
<p>Da musste ich lachen, weil der, den ich kenne und der bei Daimler (<em>zuck!</em>) arbeitet und mir noch vor einem Jahr einen sehr, sehr krisenfesten Eindruck gemacht hat, als unmittelbar Betroffener den ganzen Rettungswahlkampf um die Automobilindustrie (<em>Schlüsselindustrie, klar</em>), die Abwrackprämie bzw. <em>Umweltprämie </em>und das <span style="text-decoration: line-through;">Crowdsourcing</span> Krautsourcing der Ideen in der Krise auf bitterwitzige Weise auf den Punkt gebracht hat.</p>
<p>Übrigens, ein anderer Bekannter, der in einer Schrauberwerkstatt arbeitet, hat zusammen mit seinen Kollegen fast nichts mehr zu tun. Klar, sind nicht so viele wie bei Daimler, Opel, BMW oder VW. Keine Schlüsselindustrie.</p>
<p>Dem Hörensagen nach hat der Osterhase bei einigen Familien in unserer Nachbarschaft nicht Eier, sondern Kleinwagen für alle im Garten versteckt. Sah beim Osterspaziergang zumindest so aus.</p>
<p><em>Mist, mein Twingo ist noch nicht neun Jahre alt&#8230; (zuck!)<br />
</em></p>
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		<title>Steinmeiers Wahlkampflogo, oder: Beliebigkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 08:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Fail]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorab, alle die jetzt ganz entsetzt die Luft einziehen: Entwarnung, keine Panik: weiter atmen, es geht mir nicht um Politik. Es geht mir um eine Veränderung, die sich vor unser aller Augen vollzieht und in der wir mittendrin stecken. Das letzte deutliche Zeichen für diese Veränderung: Herr Steinmeier, beziehungsweise seine Berater, mit der »coolen« Idee, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorab, alle die jetzt ganz entsetzt die Luft einziehen: Entwarnung, keine Panik: weiter atmen, es geht mir nicht um Politik. Es geht mir um eine Veränderung, die sich vor unser aller Augen vollzieht und in der wir mittendrin stecken.</p>
<p>Das letzte deutliche Zeichen für diese Veränderung: Herr Steinmeier, beziehungsweise seine Berater, mit der <em>»coolen«</em> Idee, für den anstehenden Wahlkampf. Ich sehe den Agendapunkt deutlich vor meinem geistigem Auge: Neupositionierung. Das Image muss überarbeitet werden. <em>Mehr Profil und so.</em> Das ganze Trara eben.</p>
<p>Die Damen und Herren Berater saßen bestimmt gemütlich bei einem Tässchen Tee zusammen und haben mal überlegt, wie sie denn den <em>»Franky«</em> jung und dynamisch positionieren könnten. <em>Politik und Dynamik &#8230; schwierig &#8230; was fällt uns dazu ein? Barack Obama! Genau! Und der hatte doch so ein tolles Wahlkampferscheinungsbild! So etwas machen wir auch!</em></p>
<p><span id="more-1545"></span></p>
<p>An dieser Stelle könnte man schon die Augen verdrehen, genervt seufzen und sich ein Bier aufmachen.</p>
<p>Dann wurde bestimmt in diesem Meeting noch ein bisschen weiter überlegt, ein bisschen geplaudert, ein bisschen Tee getrunken, ein bisschen kommen die kreativen Säfte ins Wallen und irgendwer hat schließlich den absoluten Hammer-Mega-Ober-Burner-Einfall:<em> Wie wäre es denn, wenn wir, so voll »webzwonullig«, die Community an der Gestaltung beteiligen würden? Wie hieß das noch: Crowdsourcing? Ja, genau. Das machen wir!</em></p>
<p>An diesem Punkt kippt die Geschichte und aus einem gelangweiltem Gähnen wird gequältes Stöhnen. Und man sucht ganz verzweifelt einen Flaschenöffner.</p>
<p>Anfang Februar gab die SPD bei der Crowdsourcing-Internetplattform <a rel="external nofollow" href="http://www.jovoto.com/">jovoto</a> eine Ausschreibung für die Entwicklung eines Signets für den Kanzlerkandidaten der SPD bekannt. Endstand 24.3.2009: 350 Beiträge. Na und? <em>Who cares?</em> Davon werden bestimmt 340 Hobby-Grafiker sein, die etwas zusammen schustern – will man meinen (oder hoffen!). Aber: <em>Falsch! </em>Schaut man sich die einzelnen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DUEC3USzvQ0">Einreichungen</a> an, erkennt man durchweg eine gewisse Professionalität. Arbeiten der Hobbyfraktion kann man meist an Einhörnern, Regenbogenverläufen oder Esoterikformgeschwurbel (siehe auch <a href="http://www.visualblog.de/?p=2063">Alien-»Logo« von Cottbus</a>) erkennen. Hier nicht vorhanden.</p>
<p>Ich komme einfach nicht mehr aus dem Staunen. <em>Junge!</em> 350 Einsendungen bei einem Pitch (und nichts anderes wurde da veranstaltet) der ein visuelles Hauptkommunikationsmerkmal hervorbringen soll. So viele Einsendungen bei einem Pitch, bei dem man nicht mal die Chance hat den Auftraggeber kennen zulernen, bei dem es keinen Dialog, keinen Entwicklungsprozess, keine Feedbackschleifen gibt. <em>Einfach mal machen, irgendeiner wird schon einen coolen Einfall haben.</em> Kreative Willkür.<br />
Und da machen auch noch 350 Gestalter mit! Bei einer Chance von 1:350 – da spiele ich doch lieber Roulette!</p>
<p>Der Sprecher von jovoto, Bastian Unterberg (<em>sorry my Dear</em>, ich kann nichts für die Namensgleichheit), antwortet im <a href="http://www.fontblog.de/crowdsourcing-vs-designbuero-ein-interview">Interview drüben bei Fontblog</a>: <em>»[...] haben die beiden Communitymitglieder auf die Frage nach der Motivation zur Beteiligung am Contest Herrn Steinmeier geantwortet, dass es Ihnen hauptsächlich um den Spaß und den Austausch geht. [...]«</em> – ja ne, is klar, <em>ne?</em> Auf die 350 Maler die mir aus Spaß und des Austausches willen mal mein Badezimmer  probehalber streichen warte ich aber noch.</p>
<p>Dabei ist jovoto (wenigstens ein kleines Trostpflaster), im deutschsprachigen Bereich noch eine der besten und transparentesten Plattformen. Man verschenkt dort nicht direkt alle Nutzungsrechte am Entwurf, die Community kürt den Gewinner, das Netzwerk ist noch verschlossen und hält so die Qualität hoch. Crowdsourcing eben so fair gestaltet wie es  geht. Und im Gegensatz zu den ganzen Gestaltern, die lieber gestern als heute eine Kammer/Innung/$tolleÜbergeordneteOrganisationseinheit hätten, damit diese Kammer/Innung/$tolleÜbergeordneteOrganisationseinheit sowas mal eben ganz fix verbietet, verteufle ich Crowdsourcing noch nicht einmal. Den ganzen Heulsusen sei einmal geraten, sich die Situation der Architekten anzusehen: Die haben genau diese  $tolleÜbergeordneteOrganisationseinheit. Ihr schauerliches Stöhnen und Heulen kann man bei bei Vollmond durch die Nacht wehen hören.</p>
<p>Crowdsourcing ist nur ein Mittel von vielen um erste Ideen zu generieren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.</p>
<p>Was mich wirklich ratlos zurück lässt, sind die 350 Einsendungen. 350!<em> Bei allen Eisheiligen!</em> Es ist unfassbar, dass sich die Designindustrie mit voller Kraft voraus in eben jene Misere manövriert, die für die Druckereien seit zehn bis fünfzehn Jahren harter Alltag ist. Die Dienstleistung »Drucken« ist vollkommen beliebig geworden. Kein Gesicht, keine Beratung, der günstigste Anbieter wird eben genommen. <em>Ist doch sowieso alles 4c/4c, was braucht man da schon groß an Kundenbeziehung?</em> Die <em>»tollen</em><em>«</em><em> </em>Druckergebnisse dieser Mentalität halten wir alle jeden Tag in den Händen.</p>
<p>Und genau das machen die Designer jetzt auch. <em>Prost!</em></p>
<p><em>Face it:</em> Design macht sich gerade austauschbar – wird genau zu dem, was Design eigentlich verhindern sollte: Beliebigkeit. Die Gestaltung wird durch seine eigenen Akteure zu einem Glücksspiel, statt konstruktiver Lösungsfindung, reine Geschmacksentscheidung.</p>
<p>Ich bin hin und her gerissen. Zum einem will ich mir nur noch an den Kopf fassen oder irgendjemanden ganz fest schütteln.</p>
<p>Aber vielleicht ist diese Entwicklung ja auch gut. Gut für die Gestalter und Agenturen da draußen, die ihr Handwerk lieben, mit Herz und Hand bei der Sache sind. Wenn alle Etats die nur auf stupides <em>»Varianten trimmen«</em> hinauslaufen in solchen Pitch-Networks landen, bleibt Zeit und Raum für anspruchsvolles Gestalten, Zeit für Kunden die keine Beliebigkeit, sondern gute Arbeit wollen. <em>Heads up!</em></p>
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