
Letzte Woche stolperte ich über eine Pressemeldung, die zwischen Wirtschaftspanik, Bahn-Bespitzelungsaffäre, Papstdebatte und Abwrackprämie völlig unterging: Am 30. Januar ist der Playmobil-Erfinder Hans Beck gestorben.
Prompt schossen mir Erinnerungen an die Plastikhelden meiner Kindheit durch den Kopf. Alles und jeden konnte man in die winzigen Jedermänner hineindeuten, jegliches Sujet mit ihnen durchspielen. Sie waren viel knuffiger als die PlayBig-Figuren (pubertierendes Playmobil). Big Jim konnte sowieso einpacken. Playmobil war fast oder vielleicht genauso klasse wie Lego.
Seit 1974 wurden 2,2 Mrd. von den kleinen Leutchen produziert. Wirtschaftlich betrachtet ist das Ganze ein profitables Systemspielzeug bzw. Komplementärproduktgeschäft mit allem Schnick und Schnack.
Apropos Neuerfindung: Hans Beck wurde 1958 von Horst Brandstetter, dem Inhaber des Playmobil-Herstellers geobra Brandstätter, als Mustermacher eingestellt und war eigentlich gelernter Möbeltischler. Bis 1998 hatte er als Produktentwickler (mitunter Entwicklungsleiter) bei geobra gearbeitet.
Der Tod des Playmobil-Vaters und die Pleiten von Märklin oder Hertie zeugen irgendwie von der Zeitenwende, die uns alle seit geraumer Zeit umwälzt. Ach ja, Feinrippspezialist Schiesser hat heute ebenfalls Insolvenz angemeldet.
So ist das Leben: Alles verändert sich. Immer. Und Umbrüche tun auch weh. Bereits im Kinderzimmer wird das geübt: »Das Spielzeug ist tot. Lang lebe das Spielzeug!«
Hans Beck wurde 79 Jahre alt.

