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	<title>KM2 &#62;&#62; Neuerfindung &#187; Held</title>
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		<title>Playmobil-Erfinder gestorben</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 22:42:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Danke]]></category>
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		<category><![CDATA[Neuerfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche stolperte ich über eine Pressemeldung, die zwischen Wirtschaftspanik, Bahn-Bespitzelungsaffäre, Papstdebatte und Abwrackprämie völlig unterging: Am 30. Januar ist der Playmobil-Erfinder Hans Beck gestorben. Prompt schossen mir Erinnerungen an die Plastikhelden meiner Kindheit durch den Kopf. Alles und jeden konnte man in die winzigen Jedermänner hineindeuten, jegliches Sujet mit ihnen durchspielen. Sie waren viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="file://///pinta/Store/Projekte/KM2/Neuerfindung/PlayRefinderShirt.gif" alt="" /><img class="alignleft size-full wp-image-1106" title="Playmobil - wir lieben es" src="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2009/02/playrefinderhose.gif" alt="playrefinderhose" width="200" height="394" />Letzte Woche stolperte ich über eine Pressemeldung, die zwischen Wirtschaftspanik, Bahn-Bespitzelungsaffäre, Papstdebatte und Abwrackprämie völlig unterging: Am 30. Januar ist der Playmobil-Erfinder Hans Beck gestorben.</p>
<p>Prompt schossen mir Erinnerungen an die Plastikhelden meiner Kindheit durch den Kopf. Alles und jeden konnte man in die winzigen Jedermänner hineindeuten, jegliches Sujet mit ihnen durchspielen. Sie waren viel knuffiger als die PlayBig-Figuren (pubertierendes Playmobil). Big Jim konnte sowieso einpacken. Playmobil war fast oder vielleicht genauso klasse wie Lego.</p>
<p>Seit 1974 wurden 2,2 Mrd. von den kleinen Leutchen produziert. Wirtschaftlich betrachtet ist das Ganze ein profitables Systemspielzeug bzw. Komplementärproduktgeschäft mit allem Schnick und Schnack.</p>
<p>Apropos <a href="http://www.km2.de/blog/2008/12/17/km2-erfindet-sich-neu.html">Neuerfindung</a>: Hans Beck wurde 1958 von Horst Brandstetter, dem Inhaber des Playmobil-Herstellers geobra Brandstätter, als Mustermacher eingestellt und war eigentlich gelernter Möbeltischler. Bis 1998 hatte er als Produktentwickler (mitunter Entwicklungsleiter) bei geobra gearbeitet.</p>
<p>Der Tod des Playmobil-Vaters und die Pleiten von Märklin oder Hertie zeugen irgendwie von der Zeitenwende, die uns alle seit geraumer Zeit umwälzt. Ach ja, Feinrippspezialist Schiesser hat heute ebenfalls Insolvenz angemeldet.</p>
<p>So ist das Leben: Alles verändert sich. Immer. Und Umbrüche tun auch weh. Bereits im Kinderzimmer wird das geübt: <strong>»Das Spielzeug ist tot. Lang lebe das Spielzeug!«</strong></p>
<p>Hans Beck wurde 79 Jahre alt.</p>
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		<title>Helden: 02 &#124; Giambattista Bodoni – Perfektion</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 10:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Helden]]></category>
		<category><![CDATA[Baskerville]]></category>
		<category><![CDATA[Buchdruck]]></category>
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		<description><![CDATA[Jede Kunst bekommt irgendwann einmal ihren Mozart. In der Typografie ist die Inkarnation von Talent, Glück und Schöpfungsmenge der am 16. Februar 1740 geborene Giambattista Bodoni. Großes hatte das Leben mit ihm vor: Stempelschneider, Graveur, Buchdrucker, Schriftsetzer, Typograf und Verleger. Doch damit aus einem Talent ein echter Rockstar wird, braucht es mehr als schlichte Begabung: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="full"><img class="alignnone size-full wp-image-402" title="Bodoni" src="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/bodoni_600.gif" alt="Bodoni" width="599" height="179" /></p>
<p>Jede Kunst bekommt irgendwann einmal ihren Mozart. In der Typografie ist die Inkarnation von Talent, Glück und Schöpfungsmenge der am 16. Februar 1740 geborene Giambattista Bodoni. Großes hatte das Leben mit ihm vor: Stempelschneider, Graveur, Buchdrucker, Schriftsetzer, Typograf und Verleger. Doch damit aus einem Talent ein echter <em>Rockstar</em> wird, braucht es mehr als schlichte Begabung: Ein Umfeld in dem sich eine Begabung entfalten und entwickeln kann.<span id="more-232"></span></p>
<p>Bodoni wurde durch seine Geburt in ein solches Nest gesetzt. Er entstammte einem alten bekannten Druckergeschlecht. Nach der Lehre in der väterlichen Druckerei zog es ihn nach Rom. In der päpstlichen Kongregationsdruckerei – der <em>Tipografia poliglotta della Sacra Congregazione de Propaganda Fide</em> – fand er Anstellung und in <em>Abbé Constantino Ruggieri</em> einen hervorragenden wie liebevollen Lehrmeister. Kaum hatte er das elterliche und sichere Nest verlassen breitete sich erneut ein behütender Rahmen um Bodoni.</p>
<p><em>Ruggieri </em>erkannte Giambattists Begabung und förderte sie auf alle nur erdenklichen Weisen. Als Bodoni den Auftrag bekam, eine Schrift des 1561 verstorbenen <em>Claude Garamonds </em>wieder in der Stand zu setzen, packt ihn der Ehrgeiz: Er begann selbst Typen zu schneiden. Verspielt waren seine ersten Arbeiten, vor allem Ornamente und Randschmuck. Die Genialität ist bereits in diesen frühen Arbeiten zu erkennen, doch standen Bodoni noch einige Feuertaufen bevor, bis sich sein Ruhm über ganz Europa erstreckte und Drucker allerorts beeinflusste.</p>
<p>Als sein Gönner, Förderer und Freund Abbé Ruggieri Selbstmord verübte, brach für den jungen Bodoni die Welt zusammen. Nichts war mehr von Wert, nichts hielt ihn noch in der Werkstatt, die seinem geliebten Lehrmeister unterstanden hatte.</p>
<p>Er verließ Rom und wollte in England bei <em>John Baskerville</em> in die Lehre gehen, dem  zur damaligen Zeit besten Stempelschneider Englands. Doch eine schwerer Malariaanfall zwang Bodoni seine Pläne zu ändern.</p>
<p><a href="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/bodoni_sample_helden.gif"><img class="size-thumbnail wp-image-289 alignright" style="border: 1px solid #333333;" title="Schriftmuster Bauer Bodoni" src="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/bodoni_sample_helden-150x150.gif" alt="bodoni_sample_helden" width="150" height="150" /></a>Ein mit Ruggieri gemeinsamer Freund, <em>Pater Piciandi</em>, machte Bodoni das Angebot in Parma am Hof des spanischen Herzogs Friedrich I. als Druckereileiter zu arbeiten: Die <em>Stamperia Reale</em>. Bodoni nahm an. Mit 28 Jahren begann der Teil seiner Schaffenszeit, die ihn berühmt und im visuellen Gedächtnis der Geschichte unsterblich machen sollte. In einem Zeitraum von fünfundvierzig Jahren schuf Bodoni in seiner Offizin weit über fünfhundert Bücher und schlug etwa 30000 Matrizen für den eigenen Schriftguss.</p>
<p>Sein ganzes Leben suchte Bodoni nach Perfektion; berauscht, beflügelt und nie findend. Für die meisten der von ihm hergestellten Bücher schuf er eigene Schriften, passte sanft Formen an oder betrieb einen schier irrsinnigen Aufwand, die Druckerschwärze nachzubehandeln: Für ein sattes, glänzendes Schwarz.</p>
<p>Ein Jahr vor seinem Tod brachte Bodoni »<em>Les Aventures De Télémaque Fils D’Ulysse / Par Mr. De Fénélon</em>« heraus, das er selbst als sein bestes Werk bezeichnete (wenn er auch nicht umhin kam, einige Dinge anzumerken, die man hätte verbessern können).</p>
<div id="attachment_294" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/visitenkarten_bodoni_comic_.gif"><img class="size-medium wp-image-294" title="Was funktioniert besser?" src="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/visitenkarten_bodoni_comic_-300x105.gif" alt="Was funktioniert besser?" width="300" height="105" /></a><p class="wp-caption-text">Was funktioniert besser?</p></div>
<p>Bodoni hatte das Glück zur rechten Zeit zu Leben. Einer Zeit in der sich das ästhetische Schriftempfinden in Europa formte und festsetzte. Zusammen mit mit Didot in Paris und Baskerville in England prägte Bodoni das monumentale Bild der klassizistischen Schriften. Bodonis Schriften und Drucke sind sind Meisterwerke des Klassizismus. Epochal und in ihrer klassischen Schönheit zeitlos. Dieses perfekte zeitlose Erscheinungsbild ist jedoch in den letzten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts eine Gefahr für den weitläufigen ästhetischen Reichtum der Bodoni-Schriften selbst geworden. Im Werksatz fast vergessen – zu eigenwillig, zu störrisch, zu aufwändig – braucht es doch einiges an Gespür und händischer Eingriffe, um perfekten Satz herzustellen, wie ihn auch Bodoni selbst geliebt hat. Es wäre schade, wenn das Werk Bodonis nur auf Speisekarten teurer Luxusitaliener und Visitenkarten weiter leben würde.</p>
<p><em>»Die Buchstaben haben dann Anmut, wenn sie nicht mit Unlust und Hast, auch nicht mit Mühe oder Fleiß, sondern mit Lust und Liebe geschrieben sind.«</em></p>
<p>Dieses Zitat findet sich im <a href="http://www.rarebookroom.org/Control/bodtip/index.html"><em><span class="copy">Manuale tipografico</span></em></a>, Bodonis Lehr- und Handbuch. Das es überhaupt erschien und heute erhalten ist, verdanken wir seiner Gattin, <em>Margherita Dall’Aglio</em>, die es einige Jahre nach seinem Tod veröffentlichte.<em><br />
</em></p>
<p>Giambattista Bodoni verstarb am 29. November 1813. Signore Bodoni, wo immer Sie auch sein mögen:  <em>Danke.</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Helden: 01&#124; Buckminster Fuller – Synergie</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Dec 2008 09:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Helden]]></category>
		<category><![CDATA[Architekt]]></category>
		<category><![CDATA[Buckminster Fuller]]></category>
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		<description><![CDATA[Richard Buckminster Fuller war kein Architekt im klassischen Sinne. Er war viel mehr. Viele Berufe und Berufungen ereilten ihn: Maschinenbauer, Marinesoldat, Fahrzeugkonstrukteur, Ingenieur, Softwaredesigner, Künstler, Designer, Mathematiker oder Geograph. Fuller – auch Bucky genannt – begriff sein Schaffen interdisziplinär. Kein Schaffen als Lebensinhalt, sondern Lebensinhalt als Schaffen. Fullers Lebensweg liest sich imposant: Zweimal [sic!] aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="full"><a style="margin-top: 0px; margin-bottom: 20px;" href="http://www.km2.de/blog/2008/12/27/helden-01-buckminster-fuller-%E2%80%93-synergie.html"><img class="alignnone size-full wp-image-339" title="Buckminster Fuller" src="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/bucky_600.gif" alt="Buckminster Fuller" width="600" height="179" /></a></p>
<p>Richard Buckminster Fuller war kein Architekt im klassischen Sinne. Er war viel mehr. Viele Berufe und Berufungen ereilten ihn: Maschinenbauer, Marinesoldat, Fahrzeugkonstrukteur, Ingenieur, Softwaredesigner, Künstler, Designer, Mathematiker oder Geograph. Fuller – auch <em>Bucky</em> genannt – begriff sein Schaffen interdisziplinär. Kein Schaffen als Lebensinhalt, sondern Lebensinhalt als Schaffen.</p>
<p><span id="more-190"></span></p>
<p><a href="http://www.bfi.org/our_programs/who_is_buckminster_fuller">Fullers</a> Lebensweg liest sich imposant: Zweimal <em>[sic!]</em> aus Harvard raus geflogen, dann zur Marine. Jobs als Mechaniker in der Textilindustrie, Arbeit in einer Konservenfabrik. 1917: Heirat der großen, einen Liebe die ihn sein Leben lang begleiten sollte: Anne Hewlett.</p>
<p>Mit seinem Schwiegervater zusammen versuchte er ein Bausystem für günstige, materialsparende Häuser zu verkaufen. Wenig erfolgreich. 1927, arbeitslos und bankrott der nächste Schicksalsschlag: Der Tod seiner Tochter Alexandra. Schuldgefühle und Alkohol in rauen Mengen. Kein Lebenssinn. In letzter Sekunde vor dem Suizid der rettende Entschluss: Sein Leben als Experiment zu verstehen. Der Versuch herauszufinden, was ein einzelner, einfacher Mann gegen die gigantische Übermacht an Organisation, Konzernen und Nationen ausrichten kann.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>In wie weit kann ein Individuum die Welt zum Wohle aller verändern? </em><br />
Eine Neuerfindung mit kaltem Stahl im Mund.  Und mit Konsequenzen.</p>
<div id="attachment_213" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dymaxion#Dymaxion-Weltkarte"><img class="size-full wp-image-213" title="Dymaxion-Weltkarte" src="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/dynmap1.jpg" alt="x" width="200" height="292" /></a><p class="wp-caption-text">Dymaxion-Weltkarte: Die Welt ohne unten und oben – © 2006 Eric Gaba, released under CC-SA </p></div>
<p>Er erfand den Begriff »Dymaxion« – einer Zusammensetzung aus <em>Dynamik</em> und <em>Maximum</em> – machte ihn zum Sinnbild für seinen ressourceneffizienten Designansatz. Sein Werk nahm Geschwindigkeit auf. Er entwarf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=tcB9JPlgaoM">Systemhäuser</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IhSonPwM8zE">fast fliegende Autos mit drei Rädern</a>, eine Weltkartenprojektion mit minimaler Verzerrung &#8211; die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dymaxion#Dymaxion-Weltkarte">Dymaxion-Weltkarte</a> -, Badezimmer und Nasszellen, Wohntürme oder hielt <a href="http://conversationswithbucky.pbwiki.com/">42 stündige Vorträge</a> über <em>»Everything I Know«</em> (wer einmal 42 Stunden erübrigen kann &#8230;). Zugang zu Fullers Denksystemen zu erhalten gestaltet sich nicht immer einfach. Vor allem weil eben kein reiner Architektur-Philosoph war, sondern alles aus einem ganzheitlichem Standpunkt durchdachte. Er betrachtete den ganzen Planeten als ein geschlossenes, ökologisches und ökonomisches System.<br />
<a href="http://www.weareallastronauts.com/">»We are all astronauts«</a> – jeder Bewohner der Erde war für Fuller eben auch ein Bewohner des Komsos, der auf dem »Spaceship Earth« zu hause ist. Fuller glaubte an erneuerbare Energien. An Wind- und Solarkraftanlagen. Lange bevor der Begriff »Ökologie« im Mainstream ankam oder die Medien das Ungeheuer Globalisierung als Ersatz für fehlenden B-Prominentenklatsch hervorkramten.</p>
<p>Für die Weltausstellung 1967 in Montreal entwickelte er ein »Computerspiel«: <em><a href="http://www.bfi.org/our_programs/who_is_buckminster_fuller/design_science/world_game/introduction_to_buckminster_fullers_world_game">World Game</a>.</em> Das Spielziel: Die Ressourcen der Erde (Produktion, Energie, Kommunikationsinfrastruktur etc.) so zu verteilen, dass eine globale <em>Win-Win-Situation</em> eintritt. Buckminster wollte das globale Zusammenspiel, die Vernetzung einzelner Systemteile verdeutlichen und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Eine romantische, geradezu idealistische Neuinterpretation des Brettspiels Risiko.</p>
<p>Am berühmtesten (und wohl auch am wirtschaftlich erfolgreichsten) sind jedoch seine Beiträge zu Trägerkonstruktionen: <em>Geodesic Domes.</em> Riesige sphärische Kuppeln mit Dreiecken als Substruktur. Diese Konstruktionsform zeichnet sich durch ihre herausragende Stabilität aus, bei einem sehr günstigem Verhältnis zwischen Material und Volumen. 1954 patentierte Buckminster Fuller das Konstruktionskonzept. Über 200.000 dieser Kuppeln werden weltweit in den unterschiedlichsten Größen gebaut. Berühmt: Sein <a href="http://www.greatbuildings.com/cgi-bin/gbi.cgi/US_Pavilion_at_Expo_67.html/cid_2892999.html">US-Pavillion der Weltausstellung 1967</a>. Oder das 2001 eröffnete <a href="http://www.edenproject.com/">Eden Project</a>, ein 50 Hektar großer botanischer Garten, umschlossen von bis zu 50 Meter hohen Kuppeln, das Fullers Bauweise nutzt.</p>
<div id="attachment_205" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/eden_project_geodesic_domes_panorama.jpg"><img class="size-full wp-image-205" title="Eden Project" src="http://www.km2.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/thumb_eden.jpg" alt="Eden Project - Cornwall, England, United Kingdom – © 2006 Jürgen Matern, released under CC-BY-SA" width="450" height="144" /></a><p class="wp-caption-text">Eden Project, 3,8 MB - Cornwall, England, United Kingdom – © 2006 Jürgen Matern, released under CC-BY-SA</p></div>
<p>Sein Design- und Wissenschaftsansätze, ja selbst seine anfänglich belächelte Ästhetik, leben in heutiger Formgebung und Weltanschauung weiter. Fullers Erbe ist immens. Über hundert Regalmeter Aufzeichnungen hat er uns hinterlassen. Aber auch in der Alltagskultur ist Fuller präsent. Reduziert, verdichtet auf ein Maximum, auf ein einzelnes, simples Wort: Synergie. Eine Reliquie der Popkultur. Ein Begriff den er maßgeblich mitgeprägt hat. Man hört es heute meist dann, wenn einem gar nicht so positive Einsparungen positiv konnotiert verkauft werden sollen:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>»&#8230; [bla bla bla] durch die Zusammenlegung der beiden Unternehmen hoffen wir Synergieeffekte freilegen und auch nutzen zu können [bla bla bla] &#8230;«</em></p>
<p>Buckminster Fuller wäre mit dieser sprachlichen Reduktion <em>seines</em> Begriffs gewiss nicht zufrieden. Er wäre stinksauer. Synergie war für ihn kein leeres Wort, es war Lebenskonzept. Er (über-)steigerte den Begriff zu <em>»Dymaxion«</em> – einer Zusammensetzung aus Dynamik und Maximum, sprachliches Sinnbild für seinen ressourceneffizienten Designansatz.</p>
<p>Richard Buckminster Fuller verstarb am 1. Juli 1983. Bucky, wo immer Du auch sein magst: <em>Danke.</em></p>
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