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Sei kreativ! Eine Pi-mal-Daumen-Anleitung

Kreativ sein ist Arbeit. Klar, Geistesblitze gibt es. Manchmal aber braucht ein Projekt viele Einfälle, eine ganze Ideenkaskade. Um solche Schubkarren voll Output liefern zu können, kann man in der Gruppe (Agenturkreative) strukturiert vorgehen.

Eine kleine Anleitung mit Beispielen:

(1) Formuliere das Ziel: 1 Million Gestaltungsideen für die Website von Kunde Kola Koka in zwei Stunden.

(2) Definiere ein Vorgehen bzw. eine Technik: Klassisches Brainstorming mit x kreativen Leuten, die sich 20 Minuten Ideen zurufen. Moderator mit Click-Fragen. 635-Technik. Oder, oder, oder…

(3) Ruf die Leute zusammen: am besten das Team, das die Ideen umsetzen soll. Oder hol dir mal welche von der Straße.

(4) Finde einen Moderator: Der führt, inspiriert und reizt die Leute und stellt die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt. Wenn du keinen findest, mach es selbst.

(5) Finde einen Protokollanten: Einer muss alles aufschreiben. Nichts ist schlimmer als eine verloren gegangene Idee. Und sag nicht: Die Idee ist nicht gut, wenn man sich nicht daran erinnert. Das ist Blödsinn. Zunächst zählt alles, was aus den Köpfen kommt.

(6a) Feuer frei: Ideen an die Sonne mit welcher Vorgehensweise auch immer. Der Moderator führt, inspiriert, fragt und reizt. Die Beteiligten formulieren Ideen, greifen Gedanken anderer auf, sprühen, spinnen, entwickeln weiter, lassen die Gäule durchgehen. Geballte Kraft der Gruppe. Der Protokollant schreibt mit.

(6b) Sei konzentriert.

(6c) Sei locker.

(6d) Hab Spaß.

(6e) Sei offen für Neues.

(7) Zum Schluss: Bewerte die Ideen nach Eignung und Umsetzbarkeit.

Am Ende dieser 7 Stiefelschritte zur kreativen Glückseligkeit müsste ein brauchbarer Stapel Ideen entstanden sein. Die Umsetzung kann beginnen.

Be creative!

Ewiger Spagat – oder: Die anstrengende Balance zwischen Aufwand und Nutzen

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Bei unserem gestrigen KM2-Ideenstorming für einen Kunden stieß fiel mir mal wieder auf, dass der gemeinsame Kreativreigen von vornherein unter dem Erstickungsmotto Die Umsetzung darf nix kosten stand. (Der etwas gnädigere Bruder dieses Mottos heißt: Darf nicht viel kosten. Da hat man dann ein bisschen mehr Luft.)

Also: Immer ist kreatives Vollgas angesagt, aber preislich muss die Umsetzung so flach wie möglich, am besten auf Niveau der Grasnarbe bleiben. Eigentlich gehört dieser Spagat zu unserem täglich Business, wenn ich das so sagen darf. Leider, leider, denn was, frage ich Kreativlüsterner, könnte man stemmen, hexen, in fantastische Höhen katapultieren oder Wildes von der Kette lassen, wenn nicht gleich immer das Budget bei 2 Euro fuffzig läge?! Wunschraum eines Agentursoldaten, ich weiß.

Aber mal fürs Protokoll: Das ökonomische Prinzip sieht an sich nicht vor, dass man das allerbeste Ergebnis zu möglichst geringen Kosten anstrebt. Entweder peilt man ein feststehendes Ziel mit möglichst geringem Aufwand an (Minimum-Prinzip). Oder man versucht mit gegebenen Mitteln das bestmögliche Ergebnis zu erreichen (Maximum-Prinzip). Ja, theoretische Feinheiten, ich weiß, aber da kann man mal sehen, wie ungeschliffen die Praxis sein kann. Anyway…

Die Sache mal anders betrachtet: In jedem Ratgeber für Kreativtechniken heißt es, Ideen sollen in der Findungsphase ohne jegliche Form der Bewertung oder Beschränkung sprudeln. Feel free! Any idea is a good idea…
Ein Sparfuchs-Budget ist doch dann allemal eine totale Spaßbremse.

Ich fordere daher: Nieder mit den Billig-Budgets! Alle Macht der kecken Kreativität! Mehr mutige Kunden!

Unter uns: Wirtschaftliche Zwänge sind die Realität. Money matters. In harten Zeiten sowieso. Aufwand und Nutzen sind in ein gesundes Verhältnis zu bringen. Ja, doch. Das Ergebnis muss nicht schlecht sein, ist aber doch manchmal ein Kompromiss. Zwangsweise… Unser Bestes geben wir ohnehin. So ist das Leben.