Mit ‘Neuerfindung’ getaggte Artikel

Ich werde Vater (3): Warten und grübeln

Entbindungsstation Klinikum Stadt Soest. Seit nunmehr drei Tagen warten meine Liebe und ich auf unseren Nachwuchs. Aber das/die/der Kleine (Ob Mädel oder Bub, wissen wir immer noch nicht) lässt sich nicht blicken. Bei den Wirtschaftsnachrichten kann ich das gut verstehen.

Nik wartet...

Nik wartet auf sein Baby...

Noch am letzten Sonntag, als wir hier zur Kontrolle am Wehenschreiber angeschlossen wurden, gingen wir zwischen den spitzen Schreien einer jungen Frau, die gerade in fünf Metern Luftlinie ihr Kind bekam, in gedämpftem Tonfall davon aus, am Montag oder Dienstag unser Kind in den Armen zu halten. Pustekuchen! Heute ist bereits der vierte Tag. Und auch heute macht der kleine Mensch keine Anstalten, sich blicken zu lassen.

Genug Zeit, so dachte ich, mich einem langen Blogartikel widmen zu können, in dem ich etwas darüber erzähle, was wir, KM2 >>, die sexy Internet Company aus Düsseldorf, denn eigentlich so alles kann. Diese Darstellung unseres Portfolios bin ich, vielleicht erinnert man sich, bisher noch schuldig geblieben. Oder ich schreibe über den deutschen eCommerce Umsatz 2008, den die GFK vorgestern veröffentlicht hat, und wie wir unseren Kunden in Sachen Onlinevertrieb auf die Sprünge helfen.

Wohlan, munter angesetzt (Ich tippe: Die KM2 >> netz:innovationen.gmbh kann Internet und verbindet Inhalt, Funktion und Design und…), aber schon müssen wir wieder zur Untersuchung, an den Wehenschreiber oder zum Arztgespräch.

Kurzer Einschub: Natürlich ist es meine Freundin, die untersucht und an den Wehenschreiber angeschlossen wird, aber als moderner Mann ist man natürlich solidarisch schwanger. Nicht zuletzt, weil die moderne Frau es ganz gern hat, wenn der moderne Mann sich »einbringt«. Also sind wir schwanger, werden wir an den Wehenschreiber angeschlossen und von Hebammen und Ärzten untersucht, haben wir Wehen, weil bei uns die Geburt eingeleitet worden ist, und sitzen wir rum und warten und warten. Alles andere wäre Drückebergerei. (An dieser Stelle danke ich meinen Kollegen für ihr solidarisches Warten.)

Apropos Hebammen und Ärzte: Gestern erfuhren wir von einer sehr netten Hebamme, dass bei uns eine Hebamme ganz ohne Arzt Kinder zur Welt bringen darf, umgekehrt ein Gynäkologe aber eine Frau bei einer Geburt ohne Hebamme nicht mit der Kneifzange anfassen darf. Das ist sogar im Hebammengesetz geregelt. Ja, ja, man lernt nie aus.

Zurück zum Thema: Wir warten also… und warten… und warten…. Wer einen Krieg gewinnen will, sollte den Gegner einfach warten lassen, bis sich Entschlossenheit und Widerstandskraft durch Langeweile und Trägheit in Luft aufgelöst haben. Anyway, wer wartet, hat Zeit zum Nachdenken. Und ich grüble über meine hoffentlich dann doch bald beginnende Vaterschaft und darüber, was es heißt, einen kleinen Menschen in diese Welt zu setzen…

...und wartet...

...und wartet...

Was soll man halten von einer Welt, in der man selbst historische Konstanten nicht mehr gelten lässt, indem man neulich herausfindet, dass Vermeer einige seiner wichtigsten Werke gar nicht selbst malte, sondern von seiner ältesten Tochter malen ließ, Robin Hood in Wirklichkeit ein unsympathischer Terrorist und Columbus kein Genuese, sondern ein Schotte war und Shakespeare tatsächlich so aussah wie ein Ralph Fiennes in »Shakespeare in love«…?!

Aber mal im Ernst: Schaue ich mir die Welt mit den düsteren Aussichten für Wirtschaft und Ökologie an, kann einem schon mulmig werden: Auf einen Zusammenbruch des Finanzsystems folgt ein innerhalb so kurzer Zeit nie gekannter Nachfrageeinbruch, mit dem die globale Wirtschaft nun zu kämpfen hat. Deflation? Inflation? Gängige Wirtschaftsmodelle versagen.
Desorientierte und emotional verarmte Jungmänner fallen durch gesellschaftliche Raster oder rasten im wahrsten Sinne des Wortes aus.
Polkappen schmelzen, Eisbären verhungern oder ersaufen. Wasser wird in bestimmten Regionen immer knapper. Ehemals fruchtbare Landstriche werden von sich ausbreitenden Wüsten verschluckt. Und, und, und…

Was wird sein, wenn unsere Püpse in zehn, zwanzig, vierzig, fünfzig Jahren über diese Erde wandeln? (Nicht wundern, Arbeitstitel für unseren Nachwuchs lautet Püpschen, sprich: Püps-chen, nicht Püp-schen. Wer Kinder bekommt, fängt an im Diminutiv zu denken.)

Ich will nicht klingen wie ein Prophet der Apokalypse, aber man macht sich so seine Gedanken, wenn die neue Verantwortung für ein Kind an die Türen klopft.

Der eine oder andere mag nun einwenden, warum wir uns dann auf das Abenteuer Kind einlassen.
Warum nicht? Zynismus mal beiseite, Kinder in die Welt setzen ist doch die eine Tat, zu der uns unsere Biologie befähigt hat, lange bevor wir einen Mann zum Mond schießen konnten. Man will von uns, dass wir uns fortpflanzen. Wie die Wirtschaft, Umweltverschmutzung, das wunderbare Internet oder Dieter Bohlen gehören Kinder auch zum Leben. Was würde werden ohne Kinder? (Und ich will jetzt keine Diskussion über das Thema Überbevölkerung starten.) Irgendwer muss schließlich für unsere Rente sorgen, Produkte kaufen, Websites nutzen oder Deutschlands nächster Superstar werden.

Jetzt aber nochmal im Ernst und ohne Miesepeterei: Ich freue mich auf mein Kind. Auf das Abenteuer. Darauf, dass wir zu dritt sein werden und auf einmal alles auf dem Kopf stehen und anders sein wird. Point of no return. Ich freue mich darauf, Verantwortung für einen kleinen Menschen zu übernehmen, und dass noch ein schlagkräftiger Grund hinzukommt, warum man das alles hier macht.

Aktueller Zwischenstand: Die Herztöne unseres Kindes sind kräftig. Also, alles in Ordnung. Und wir warten weiter…

Relaunch in Arbeit. (III)

Relaunch: Mitmachen 2009

Ich sag’s einfach mal: Wir haben so etwas wie ein Website-Layout… Gezeigt wird nix.  Nicht, bevor nicht alles fertig ist… Jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Aber ich bin glücklich über das Layout…

So, Kollegen, jetzt könnt Ihr mich dafür steinigen, dass ich’s ausposaunt habe.

Ich werde Vater (2)

Es könnte wirklich jeden Moment soweit sein. Das mit der Geburt. Unser Kleines (Wir wissen nicht, ob Mädchen oder Junge) kann jederzeit den Marsch in diese Welt antreten. Ich sitze im Büro, erledige Projektarbeit, Meetings, als gäbe es das nahende Ereignis nicht. Aber doch bin ich mir ganz sicher, dass mich alsbald der Ruf meiner Freundin ereilt. So bewege ich mich wie in einem spannenden Zwischenzustand. Und mir ist wohl dabei.

nikwirdpapa

Nik: Mitten im Leben

Nachher wird sich alles verändert haben, sagen mir Mütter und Väter mit einem erfahrenen Zwinkern. Zu Beginn soll es sich vor allem anfühlen wie x durchzechte Nächte, nur ohne Kater, aber mit x vollgemachten Windeln und -gesabberten Hemden… Ein bisschen mehr wird’s schon sein, denke ich. Hoffentlich.

Etwas, das sich im Laufe der Menschheitsgeschichte bereits milliardenfach (Über 100 Mrd. Menschen sollen sich bisher hier auf dem Planeten getummelt haben) ereignet hat, wird plötzlich zur persönlichen Verantwortung: Wir haben bald über einen kleinen Menschen zu wachen.

Die Natur hat es schon sehr weise eingerichtet, dass man sich mit dem wachsenden Bauch der künftigen Mutter über einen längeren Zeitraum an die “ganze Sache” herantasten kann.

Manche meiner Ansichten, muss ich gestehen, hat sich seit dem Wissen um die Schwangerschaft verändert. Ich habe mich verändert, verändere mich. Fühlt sich zumindest so an. Was andere für einen Eindruck haben, weiß ich nicht…

Soviel zum Thema Neuerfindung. Zurück zum Job, zur Internetagentur aus Düsseldorf, zurück zu Web-Projekten, -Design und -Software. Mitten im Leben… Vorhergesagter Geburtstermin war übrigens der letzte Samstag.

Noch eine Neuerfindung: Ich werde Vater

Seit rund 40 Wochen wissen meine Freundin und ich, dass wir Eltern werden. Was das hier zu suchen hat? Ist auch eine Neuerfindung.  Davon darf ich hier also erzählen. Wer mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich Vater werde, dem hätte ich das nur bedingt geglaubt.

Jetzt  ist es bald soweit: Jeden Tag kann unser Kleines schlüpfen. Danach soll alles anders sein. Hat man uns erzählt. Aber es ist jetzt schon alles anders. Neuerfindung eben. Die Nachricht von der Schwangerschaft erfuhren wir zwei Tage nach dem Tod meiner Mutter. Leben und Tod ganz nah beieinander. Wie so oft geschieht vieles auf einmal. Leben eben.

Ich werde hier von dem neuen Abenteuer erzählen.

Freiraum ade

Wie es aussieht, hat unsere Aktion Zieh bei KM2 ein gefruchtet: Schon sehr bald werden wir kreative Untermieter in unseren heiligen Agenturhallen begrüßen dürfen. Veränderung bzw. Neues also auch an der Front. Frischer Wind 2009…

Wir werden an dieser Stelle berichten…

Untermieter finden:
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Santa Fu | Made in jail

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Griffige Wort-Bild-Marke. Einprägsam. Modern.

Worum geht’s? Um T-Shirts mit Aufdrucken wie Lebenslänglich, Schuldig, Freigänger und Wieder frei. Oder um ein Kosmetikset mit dem Namen Bleib sauber. Es geht um heiße Ware aus dem Knast

In der Hamburger Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel (Kuschelname Santa Fu) tüfteln straffällig gewordene Mediengestalter, Werbe- und Marketingfachleute in einer Public Private Partnership mit externen Agenturen an Lifestyle- bzw. Freizeitprodukten aus dem Dunstkreis Gefängnis.

Das Ganze läuft unter dem Namen »Santa Fu – Kreative Zellen« und ist ein gelungenes Beispiel für die authentische Aufladung einer Marke, die mit dem Zivilisationsmythos Knast spielt. Bleib sauber konkurriert zwar mit jedem Duschgel, das aber mit dem beneidenswert glaubwürdigen Alleinstellungsmerkmal Made in jail. Und für das gewisse Echte, das allen Produkten anhaftet, können zünftige Preise gefordert werden: Der Umsatz für die JVA Fuhlsbüttel soll sich jährlich auf eine sechsstellige Summe belaufen, die in Teilen an den Weißen Ring geht. Mit dem Knastklischee Tüten kleben hat das alles nichts mehr zu tun.

Ein Häftling meinte im Radiointerview (WDR 5, 13.01.2009, 10:05-12:00 Uhr), er könne durch die Mitarbeit im Santa Fu-Team an sein altes Leben als Grafik-Designer anknüpfen. Die kreative Arbeit gibt den Häftlingen etwas zurück, Selbstwert, vielleicht sogar das Gefühl, etwas Erfüllendes zu tun… Darf es das geben? Einen Knast-Job, der Spaß macht? Muss Gefängnis nicht eine echte Strafe sein? – Man bedenke, die Freiheit ist trotz allem entzogen. Aber ohne hier ein Märchenbuch aufschlagen zu wollen: Vielleicht bietet das Projekt eine Chance sich neu zu erfinden.

Neuste Idee der kreativen Zellen: Knastluft in Dosen.

Kundengespräch: Talk about Change…

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Bei einem unserer Kunden fordert ein Intranet-Projekt, das wir vor einiger Zeit für ihn umgesetzt haben und seitdem technisch betreuen, einen unternehmensweiten Paradigmenwechsel. Der lässt sich schlicht so zusammenfassen: Ein guter Stoß Offline-Arbeit wandelte sich für die Mitarbeiter seit dem Rollout zu einem guten Stoß Online-Arbeit; und dieser Wechsel fällt den Betroffenen schwer – trotz aller Vernetzungsvorteile. Altbekannt das.

Neulich waren wir wegen eines neuen Projektes bei diesem Kunden und kamen doch auch wieder auf die Schwierigkeiten mit der Intranet-Arbeit zu sprechen. Unser Ansprechpartner schilderte uns seine Sicht der Dinge auf den Umgang mit den Änderungserfordernissen: So ist er davon überzeugt, die Mentalitätsveränderungen nicht durch wuchtig-wichtige Consulting Konzepte oder Per Order di Mufti erzwingen zu können… Und wir kamen ins Plaudern über Veränderungsprozesse im Allgemeinen. Entscheidend für ihn sei niemals der Zwang des Weisungsbefugten. Andere Dinge spielen in Transformationsmomenten für ihn eine Rolle: Bspw. informelle Kommunikationsstrukturen, wenn am Wasserspender oder in der Raucherecke der Mitarbeiter-Gossip für die Verbreitung von Neuerungen und den Erfahrungen mit ihnen sorgt. Um Vertrauen für die Sache und Nachhaltigkeit einer tatsächlich gelebten Veränderung zu erreichen, seien schlichtes Vorleben sowie Motivation der Mitarbeiter wichtig. Und das mit viel Geduld und Spucke…

Und weiter ging’s um informelle und formelle Netzwerke und deren Psychologie bzw. (Un)Logik des Begegnungszufalls (»Und zufällig trifft man jemanden, der einen weiterbringt«); und der Grad an Offenheit und die Erfahrung eines Mitarbeiters, die ihn eine Chance erkennen lassen (oder nicht). So waren wir bei Eigenschaften und -arten des Menschen angelangt, dem Salz in der Suppe, dem gewissen Etwas, das sich schwerlich in ein mess-, zähl- und wiegbares Korsett pressen lässt, aber das Rückgrat für echte Veränderungen sein kann.

Nachtigall, ick hör dir trapsen: Das waren alles keine weltverschiebenden Neuigkeiten, aber doch kleine Wahrheiten – von denen ich irgendwo schon mal gehört hatte: Stimmt, im Rahmen der Neuerfindungsgeschichte einer gewissen Internet- und Software-Agentur aus Düsseldorf.

Playmobil-Erfinder gestorben

playrefinderhoseLetzte Woche stolperte ich über eine Pressemeldung, die zwischen Wirtschaftspanik, Bahn-Bespitzelungsaffäre, Papstdebatte und Abwrackprämie völlig unterging: Am 30. Januar ist der Playmobil-Erfinder Hans Beck gestorben.

Prompt schossen mir Erinnerungen an die Plastikhelden meiner Kindheit durch den Kopf. Alles und jeden konnte man in die winzigen Jedermänner hineindeuten, jegliches Sujet mit ihnen durchspielen. Sie waren viel knuffiger als die PlayBig-Figuren (pubertierendes Playmobil). Big Jim konnte sowieso einpacken. Playmobil war fast oder vielleicht genauso klasse wie Lego.

Seit 1974 wurden 2,2 Mrd. von den kleinen Leutchen produziert. Wirtschaftlich betrachtet ist das Ganze ein profitables Systemspielzeug bzw. Komplementärproduktgeschäft mit allem Schnick und Schnack.

Apropos Neuerfindung: Hans Beck wurde 1958 von Horst Brandstetter, dem Inhaber des Playmobil-Herstellers geobra Brandstätter, als Mustermacher eingestellt und war eigentlich gelernter Möbeltischler. Bis 1998 hatte er als Produktentwickler (mitunter Entwicklungsleiter) bei geobra gearbeitet.

Der Tod des Playmobil-Vaters und die Pleiten von Märklin oder Hertie zeugen irgendwie von der Zeitenwende, die uns alle seit geraumer Zeit umwälzt. Ach ja, Feinrippspezialist Schiesser hat heute ebenfalls Insolvenz angemeldet.

So ist das Leben: Alles verändert sich. Immer. Und Umbrüche tun auch weh. Bereits im Kinderzimmer wird das geübt: »Das Spielzeug ist tot. Lang lebe das Spielzeug!«

Hans Beck wurde 79 Jahre alt.

Persönliches Neuerfindungsprotokoll 05

Proband:
Nik

Versuchsaufbau:
Die Neuerfindung von KM2 >>, Internetagentur aus Düsseldorf, läuft seit 12/08 und ist zusätzlich zum Tagesgeschäft zu stemmen.

Erkenntnis des Probanden:
Die Verquickung von Neuerfindung und laufender Projektarbeit ist eine Herausforderung. Die To-Do-Liste wird nicht kürzer. Umsetzungsabschnitte verzögern sich, denn: Kundenprojekte haben Vorrang.

Kommunikation und Offenheit sorgen für Vertrauen und Glaubwürdigkeit.
Die letzten beiden Wochen fühlten sich gut und nach Aufbruch an.

Lösungen:
Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation – nach außen und innen.

Soundtrack:
»Alles neu« von Peter Fox

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Zur Erinnerung: Wer ein Büro für eine oder zwei Personen sucht, kann bei uns einziehen.

Freiraum für Dich, Euch, Sie bei KM2 >>, der Internetagentur mit Herz, inklusive Telefon, Internet, bei Bedarf Büroeinrichtung und netten Menschen.

Also: anklopfen, angucken, arbeiten…

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