Mit ‘Wirtschaftskrise’ getaggte Artikel

KM2 >> entführt Kunden

Sehr reißerisch diese Headline. Bestimmt ein Hingucker. Aber wenn schon ehemals gut betuchte Renter ihren Anlageberater kidnappen, dann darf man sich als Agentur doch auch nicht lumpen lassen: Dann muss man zu extremen Mitteln greifen und vielleicht auch einfach mal – gerade in Zeiten wie diesen – einen Lieblings- oder Traumkunden entführen.

Lauter, wilder, fieser, entführter - Wer nicht zu uns kommt, der muss gezwungen werden. Es heißt doch immer so schön: Man muss den Kunden dort abholen, wo er steht. Kein Ding. Hände hoch! Mitkommen!

Diese Entführungsgeschichte ist eine waschechte Räuberpistole dieser Zeit. Traumanlagen. Traumrenditen. Traumchancen. Traumabsturzrisiken. Traumtänzer. Traumatisierte Anleger.

Wie war das noch? Je höher die Rendite, umso höher das Risiko? … Egal

Keine Angst, wir entführen keine Kunden. Wir entführen nur in kreative Welten.

Was ist mit dem Sommerloch?

Vom Sommerloch fehlt bei uns in diesem Jahr jede Spur. Das schreibt sich schön, macht mich allerdings in Anbetracht der weithin bekannten Krisenlage stutzig. Ja, misstrauisch. Will mich jetzt nicht beklagen: prima ist’s, vielbeschäftigt zu sein.

In manchem Jahr, dem nicht so schweres Gewicht auf den Schultern lastete, hatten wir schon mal Bekanntschaft mit Sommerlöchern gemacht, wurden zwar nicht verschluckt, waren aber doch die sauren Gurken leid und sehnten uns nach einem heißen Herbst.

Ich glaube an Timelags (wirtschaftliche Konsequenzen zeigen sich zeitverzögert), hoffe trotzdem, dass ich falsch liege. Wir arbeiten daran.

We don’t need no summer slump. ;)

SEO = Search Engine Optimization = Suchmaschinen-Optimierung

Kürzlich haben wir (two of KM2 >>) jemanden kennen gelernt, der für sein Unternehmen bisher keine Werbung machen musste. Die Firma wuchs von Auftrag zu Auftrag, Mund-zu-Mund-Propaganda hier, Referenzkunden da – und die Sache lief seit Jahren rund. So ist’s am besten.

Bei einer solchen Entwicklung war der Zeitaufwand, den man in die Website steckte, und der Wunsch, im Internet gefunden werden, nicht sehr ausgeprägt. Verständlich: Wo kein Schuh drückt, besteht auch kein Bedarf.

Der Wind hat sich gedreht: Bei den Verunsicherungen durch die (Vorsicht, Unwort) Wirtschaftskrise wäre es nun doch schön, auch im Netz gefunden zu werden, sprich: Kunden übers Internet zu finden. Auftritt des Themas Suchmaschinen-Optimierung (auf Agenturisch: SEO = Search Engine Optimization). Bei einem Sack voll Suchbegriffe (Keywords) oder/und Kombinationen davon möchte man ganz oben in der Google-Suchergebnisliste gefunden werden.

Das ist ein nachvollziehbarer Wunsch, der allerdings einiger Anstrengungen bedarf. Spielraum besteht onsite und offsite. Auf der Website (onsite) sollte sinnvoller und umfangreicher Inhalt angeboten werden, und zwar zum Themenkreis, unter dem man gefunden werden will. Offsite geht es (immer noch) im Kern darum, möglichst viele hochwertige Links zu sammeln, die von anderen Sites auf die eigene Website weisen. Bevor jetzt jemand schreit: Ja, ich weiß, dass das alles sehr vereinfacht dargestellt ist. Die Dinge liegen in der Summe doch etwas komplizierter, wenn es z. B. um die Gewichtung von Keywords in den Inhalten oder die technische Umsetzung der zu optimierenden Website und so weiter und so weiter geht.

Eines aber ist ganz wichtig: Man braucht – Geduld. Gute Suchmaschinen-Optimierung braucht Zeit. Über Nacht geschieht in Sachen SEO nüscht. Durch permanente und beständige SEO-Arbeit über Monate hinweg erzielt man Ergebnisse, die in die gewünschte Richtung weisen. Uns fällt auf, dass mancher unserer Kunden da im Vorfeld sehr, sagen wir, kurzfristige und sportlich-überzogene Zielvorstellungen hat.

Die Enttäuschung ist den Gesprächspartnern anzusehen, wenn wir den ersten Platz im Google-Ranking innerhalb von einem Monat nicht garantieren können. SEO-Arbeit ist aufwändig und sollte einem etwas wert sein.

Akquise wird zum halben Leben

VisiHeader

Wenn ich in letzter Zeit auf Parties, Festen oder Hochzeiten unterwegs bin, fällt mir eins auf: Ein unverfängliches Geplauder mit einem »Was machst du so?« kontert die/der Angesprochene seit neuestem meist mit einem astreinen Akquise-Vortrag über ihr/sein Business inklusive Übergabe von Business Card und Portfolio Papier.

Fehlt nur noch die Angebotsliste mit Auftragsbestätigungsslip. Das alles geht schon ziemlich sehr steil über klassisches Netzwerken hinaus.

Und dann steht man da in feierlicher Runde und hört es gar nicht feierlich raunen: Auftragseinbruch, 20 Prozent Umsatzrückgang, Kurzarbeit, Entlassungen… Selbst Braut und Bräutigam wispern mit dem Chor.

Mein Unwort des Jahres: Wirtschaftskrise.

Kreditengpass: Wunsch und Wirklichkeit

Wunsch
Finanzminister Steinbrück lässt keine Gelegenheit aus, auf die bösen Banken zu schimpfen: Sie sollen endlich mehr und günstigere Kredite an die Wirtschaft vergeben.

Wirklichkeit
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verteuert ihre langfristigen Kredite (10 Jahre Laufzeit und mehr) um 0,2 Prozentpunkte.

Das muss einen gern nassforsch auftretenden Finanzminister im Wahlkampf echt ärgern. Da werden mal eben seine einfachen Macher-Appelle in Sachen Kreditklemme von einer Bank, die seiner Rechtsaufsicht untersteht, neutralisiert. Der verwirrte Bürger staunt und stutzt. Erst Millionen im Lehman Brothers-Orkus versenken, dann in Island Geld verzocken und jetzt auch noch die Kreditzinsen hochfahren, wo Onkel Peer doch “Dudu, böse” gesagt hat. Miese Staatsbank!

Tja, so einfach ist die Kiste nicht: Nach niedrigen Zinsen für Mittelstandskredite lässt sich im Wahlkampfgetöse leicht brüllen, aber die betriebswirtschaftliche Realität der Banken sieht jeweils anders aus.

Die EZB beeinflusst mit ihren Zinsvorgaben eher die kurzfristigen Zinsen. Die Refinanzierung langfristiger Kredite ist für Banken derzeit allerdings viel teurer. Will jetzt hier nix von der Zinsstrukturkurve mit kurzem und langem Zinsende faseln, aber aktuell kann man vereinfacht sagen: Kurzfristige Kredite sind günstiger als langfristige Kredite. Daher hat die KfW trotz des ultra-niedrigen EZB-Leitzinses ihre langfristigen Kredite verteuert.

Da kann der Minister sich einen Wolf wünschen und sogar die Kreditvergabe durch die Bundesbank selbst vorschlagen. Die zurückhaltende Reaktion der Bundesbank und die Zinserhöhung der KfW beruhigen mich, zeugen sie doch von einer gelebten Unabhängigkeit.

Daimler und keine Abwrackprämie

Ich kenne jemanden, der bei Daimler arbeitet. (Wirkungspause.) Ja, wer das liest, zuckt jetzt. Der arme Mann, schießt’s einem da durch den Kopf. Vor noch nicht einmal langer Zeit, in einer gar nicht weit, weit entfernten Galaxis war es ultrababycool, bei einem Autohersteller wie Daimler oder BMW zu arbeiten; auch wenn sich damals bereits düstere Wolken über der Branche auftürmten, aber egal…

Also, mit dem, den ich kenne und der bei Daimler (zuck!) arbeitet, habe ich neulich gesprochen. Ein Teil dieses Gesprächs verlief so:

Ich: Und? Wie läuft’s bei Daimler?

Er: Ja, nicht so gut. Mittlerweile Kurzarbeit und so. Auch in der Verwaltung.

Ich: Wie geht’s denn weiter?

Er: Ist nicht so klar. Ende des Monats sollen wir mehr erfahren. Es stehen jetzt auch Entlassungen zur Debatte.

Ich: Die Abwrackprämie hilft Daimler ja nicht wirklich, oder?

Er: Nee, nicht wirklich. Das wird am Ende so laufen: VW kassiert die Abwrackprämie, Opel bekommt die Bürgschaften und wir gehen leer aus.

Da musste ich lachen, weil der, den ich kenne und der bei Daimler (zuck!) arbeitet und mir noch vor einem Jahr einen sehr, sehr krisenfesten Eindruck gemacht hat, als unmittelbar Betroffener den ganzen Rettungswahlkampf um die Automobilindustrie (Schlüsselindustrie, klar), die Abwrackprämie bzw. Umweltprämie und das Crowdsourcing Krautsourcing der Ideen in der Krise auf bitterwitzige Weise auf den Punkt gebracht hat.

Übrigens, ein anderer Bekannter, der in einer Schrauberwerkstatt arbeitet, hat zusammen mit seinen Kollegen fast nichts mehr zu tun. Klar, sind nicht so viele wie bei Daimler, Opel, BMW oder VW. Keine Schlüsselindustrie.

Dem Hörensagen nach hat der Osterhase bei einigen Familien in unserer Nachbarschaft nicht Eier, sondern Kleinwagen für alle im Garten versteckt. Sah beim Osterspaziergang zumindest so aus.

Mist, mein Twingo ist noch nicht neun Jahre alt… (zuck!)